Wir schreiben das Jahr 2001, viele Science-Fiction-Filme haben schon von dieser Zeit berichtet. Zwar werden häufig Wörter wie Gegenwart, Heute oder Morgen gebraucht, um den Film zeitlos zu machen. In diesem Artikel wollen wir einmal einzelne Filme betrachten und diese mit der Realität derzeit vergleichen. So können wir sehen, ob sich diese Zukunftsaussichten möglicherweise erfüllen oder bereits erfüllt haben.
Für den Film STRANGE DAYS schrieb man das Jahr 1999 und wählte als Hintergrund den Jahrtausendwechsel. Ein interessanter Aspekt war die neue Art der Droge, mit der der Zuschauer konfrontiert wurde. Es handelte sich um ein technisches Gerät, welches die zuvor gespeicherten Erinnerungen, Träume und Gedanken Fremder dem Benutzer direkt ins Gehirn projizierte. So erlebte der Benutzer diese aufgezeichneten Momente durch die Augen dessen der die spezielle Kamera trug, mit; spürte dessen Emotionen und Gedanken. Eine ähnliche Droge wird in William Shatners Fernseh- und Buch-Serie TEK beschrieben, nur daß hier diese technische Droge dem Benutzer eine Art virtuelle Realität vorgaukelte, so wie sie sich der Benutzer wünschte.
Eine bemerkenswerte, aber gefährliche Droge, wenn sie heute existieren würde - dennoch gibt es eine Abart davon wirklich und diese kann süchtig machen. Die Rede ist von Computerspielen.
Virtuelle Realitäten sind ebenfalls beliebte Filmthemen. So in VIRTUOSITY, in der ein perfekter virtueller Charakter aus seiner Computerwelt ausbricht und in der Wirklichkeit großen Schaden anrichtet. Auch in DER RASENMÄHER-MANN (Teil 1 und 2) ist die virtuelle Realität Schuld daran, daß sein Benutzer seinen IQ erhöht und so wahnsinnig wird. Der Disney-Film TRON beschreibt auf phantasievolle Weise das Eigenleben von Computerprogrammen, die sich mit den Problemen der User (den Menschen, die den Computer programmieren) herumschlagen müssen. In MATRIX wissen die Menschen nicht, daß ihre Welt nur ein Computerprogramm ist und Maschinen die eigentlichen Herrscher der Erde sind. Nur wenige haben hier den Überblick behalten. Auch in TOTAL RECALL - DIE TOTALE ERINNERUNG sind implantierte Erinnerungen alltäglich. Urlaub von Wochen findet innerhalb von Minuten statt.
Ein Leben voller Probleme
In dem Film DIE KLAPPERSCHLANGE, der auch im Jahr 1999 spielt, ist ein Stadtteil von New York zu einem Gefängnis geworden. Eine ähnliche Geschichte erzählt auch Snake Plisskens zweites Abenteuer FLUCHT AUS L.A. von dem Los Angeles 2013. Gefängnisse der Zukunft sind ebenfalls beliebte Themen, sei es ein abgegrenzter Stadtteil, eine Stadt oder eine Insel, wie in FLUCHT AUS ABSOLOM, oder ein Gefängnis selbst. In FORTRESS - DIE FESTUNG und FORTRESS 2 - DIE RÜCKKEHR muß der zu Unrecht eingesperrte Christopher Lambert aus dem High-Tech Gefängnis der Zukunft fliehen. Hier wird alles überwacht, selbst die Träume, womit jeder Fluchtversuch vorzeitig erkannt werden soll. Kurz die totale Überwachung.
In dem Film 2022 - DIE ÜBERLEBEN WOLLEN - geht es um den weltweiten Hunger. Da angeblich nicht mehr genug Nahrung vorhanden ist, wird die Bevölkerung von der Regierung mit dem künstlichen Nahrungsmittel Soylent Green versorgt. Niemand außer Charlton Heston scheint wissen zu wollen, woraus Soylent Green gemacht wird. Die Erkenntnis kommt, als er herausfindet, wohin sein toter Freund gebracht wird.


Genmanipulation


Dieses Thema ist seit JURASSIC PARK und VERGESSENE WELT wieder aktuell geworden. Ausgestorbene Tiere wieder zum Leben zu erwecken, schien Menschen übermütig zu machen, da sie nun glaubten, wie Gott zu sein. Doch schon Mitte der 50er Jahre sorgte der Film DIE FLIEGE (das Remake wurde von David Cronenberg mit Jeff Goldblum inszeniert) für Aufsehen. Ein Wissenschaftler wollte die Teleportation (Die Treckies haben in diesem Zusammenhang das Wort BEAMEN geläufig gemacht.) testen und vermischte unglücklicherweise seine Gene mit der einer Fliege. Heraus kam ein Monster. Neugierde und Wissenschaftsdurst haben schon viele erst handeln und dann nachdenken lassen. In SPECIES erhielten die Wissenschaftler von Außerirdischen die Anweisung, ihre Gene mit denen der Fremden zu vermischen - das Ergebnis war das Monster, das die Erde erobern sollte. ALIENS sind seit dieser betreffenden Saga bekannt als Parasiten, die nur eines kennen, sich fortzupflanzen und zu töten. Ähnlich ist es mit den Bugs aus STARSHIP TROOPERS, die eine angebliche Gefahr für die Menschen darstellen und von diesen vernichtet werden müssen. Aber hat der Mensch überhaupt eine Chance gegen diese Art von tierischen Außerirdischen? Nicht einmal einen außerirdischen Jäger, den PREDATOR können Menschen leicht aufhalten. Der Mensch wird zu einer Beute, einst war er der Jäger, nun muß er sich dem Gesetz: Fressen oder gefressen werden unterwerfen. PREDATOR 2 spielte übrigens 1999 in einem kriegerischen Los Angeles, wo Bandenkriege an der Tagesordnung waren. Heute ist es dort nicht anders, nur daß es fast zum Normalzustand gehört und deshalb kaum noch Erwähnung in der Presse findet.
Neben der Genmanipulation nimmt man auch an, daß Wissenschaftler auf die Idee kommen, das menschliche Fleisch mit der Technik zu verbinden. Heraus kommen CYBORGs, oftmals dominiert ihr menschlicher Teil vom Aussehen her. Man glaubt, diese Cyborgs kontrollieren zu können, damit man sie als Krieger, als UNIVERSAL SOLDIER, verwenden kann. Selten kommt etwas Gutes heraus. Eine Ausnahme bildet der zuverlässigste Polzist aus Detroit mit Namen Murphy, besser bekannt als ROBOCOP.


Städte der Zukunft


Wie könnten die Großstädte der Zukunft aussehen? Vielleicht wie in BLADE RUNNER und JUDGE DREDD. In ihren Städten leben zuviele Menschen auf einem Haufen, weshalb die Städte in die Höhe gebaut wurden. Alles ist düster, dreckig und verkommen. Die Cops und Judges haben viel zu tun, da u.a. aufgrund von Armut die Verbrechensrate sehr hoch ist. Des weiteren nehmen die Medien einen bedeutenden Teil ein. Werbung kann nicht mehr übersehen werden. Gameshows sind nur Renner, wenn sie etwas Spektakuläres bieten, wie die echte Jagd auf Menschen. Shows wie RUNNING MAN enden nur, wenn der Kandidat den Sender und Showmaster besiegt.


Friedliche Aussichten


Es ist viel Negatives berichtet worden. Doch es gibt auch Filme, die versuchen, das Gegenteil zu zeigen. STAR TREK glaubt an eine friedliche Völkerverständigung und -einigung. Auch 2001 - ODYSSEE IM WELTRAUM - will man nichts als den Weltraum bzw. den Jupiter erforschen und 2010 - DAS JAHR IN DEM WIR KONTAKT AUFNAHMEN - suchte man den friedlichen Kontakt zu Außerirdischen. Leider verläuft nichts so, wie man es wünscht - Computer laufen Amok, außerirdische Völker wollen keinen Frieden oder der Mensch kann sich einfach nicht mit einer bestimmten Situation abfinden.
In DEMOLTION MAN wird gezeigt, daß selbst eine friedliche Welt keinen dauerhaften Frieden bringen kann. Probleme werden einfach verdrängt und ignoriert, bis sie eskalieren. Es scheint, als kann der Mensch keinen Frieden schaffen.
Werden wir vielleicht wirklich im Jahre 2029 einen Krieg gegen die Maschinen führen? Schließlich haben ja schon zwei TERMINATORen 1985 und 1999 versucht, die Familie Connor auszulöschen. Wird ein Atomkrieg unsere Zukunft zunichte machen? Vielleicht geschieht es ja doch, daß unsere Polkappen schmelzen und die Welt zu einer WATERWORLD machen, in der wir uns auf schwimmenden, künstlichen Inseln am Leben erhalten müssen. Oder das Gegenteil trifft ein, und die Welt verwandelt sich in eine große Wüste, wie in den MAD-MAX-Filmen, POSTMAN oder CHERRY 2000. Es kann auch sein, daß die Affen sich über die Menschen erheben und ihre Herrschaft über die Erde ausbreiten - dann hätten wir den PLANET DER AFFEN.


Vielleicht müssen wir auch den Weltraum bereisen, um eine neue Heimat zu finden. Man denke an die Familie Robinson in LOST IN SPACE. Rohstoffe von anderen Planeten zur Erde zu schaffen, verläuft auch nicht problemlos, wie MOON 44 oder OUTLAND zeigen.
Wie wird unsere Zukunft werden? Laut John Connor "ist die Zukunft nicht vorherbestimmt, wir sind unseres eigenen Schicksals Schmied." (Terminator 2 - Tag der Abrechnung). Wir werden nie ohne Probleme sein, dennoch werden wir immer versuchen, diese zu lösen und egal, was passiert, wir müssen auch mit den Konsequenzen zurechtkommen.
Manchmal möchten wir wie H.G. Wells in DIE ZEITMASCHINE einsteigen, nur um zu sehen, wie der Morgen aussieht. Doch ist das richtig? Zeitreisen bringen Probleme mit sich, da man durch Änderungen in der Vergangenheit die Zukunft ändert. TIMECOPs gibt es schließlich nicht und auch keinen Marty McFly und Doc Brown, die ZURÜCK IN DIE ZUKUNFT reisen, um alles wieder zurechtzubiegen.
Lassen wir uns von der Zukunft überraschen und weiterhin sehen, wie sich die Filmemacher diese vorstellen. (mac)